SEO-Audit mit KI-Check und Crawler

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein vollständiges SEO-Audit braucht zwei Werkzeuge: einen Crawler für die technischen Fehler jeder Unterseite und einen KI-Check für die Nennung in KI-Antworten.
  • Der Ablauf hat vier Schritte: Ausgangswert festhalten, Technik reparieren, Entität und Inhalte ausbauen und nach vier bis acht Wochen mit denselben Fragen erneut messen.
  • Klassische Crawler prüfen nicht, ob die robots.txt OAI-SearchBot, ChatGPT-User oder PerplexityBot sperrt. Das prüfst du von Hand mit einem curl-Befehl.
  • Seit dem 1. Juli 2025 blockiert Cloudflare KI-Crawler bei neu angelegten Domains in der Voreinstellung, auch wenn die robots.txt offen aussieht.
  • Die Core Web Vitals gelten als gut bei LCP bis 2,5 Sekunden, INP bis 200 Millisekunden und CLS bis 0,1, gemessen im 75. Perzentil der Aufrufe.
  • Ein Audit kostet Stand September 2026 bei Freiberuflern 300 bis 800 Euro und bei Agenturen 1.000 bis 3.000 Euro. Die Umsetzung kostet meist mehr als die Analyse.

Ein Werkzeug allein reicht nicht

Die beiden Fragen, die ein Audit beantworten muss, liegen weiter auseinander, als es zunächst wirkt. Die eine lautet: Kann eine Maschine meine Seiten sauber lesen? Die andere: Werde ich in Antworten genannt? Es gibt kein Werkzeug, das beides gut kann, und dafür gibt's einen technischen Grund.

Ein Crawler arbeitet von innen: Er startet auf deiner Startseite, folgt jedem Link und protokolliert, was er findet. Er sieht deine Website vollständig, aber er sieht nur deine Website. Ein KI-Check arbeitet von außen: Er stellt einer KI echte Kundenfragen und schaut, wer in der Antwort auftaucht. Er sieht den Markt, aber nicht deine Unterseite 47.

Zwei Werkzeuge und vier Schritte. Der Ausgangswert aus Schritt 1 macht das Ergebnis in Schritt 4 erst deutbar.
Zwei Werkzeuge und vier Schritte. Der Ausgangswert aus Schritt 1 macht das Ergebnis in Schritt 4 erst deutbar.

Schritt 1 hält den Ausgangswert fest

Fang mit der Messung an und nicht mit der Reparatur. Das klingt umständlich, hat aber einen handfesten Grund: Ohne Vorher-Wert kannst du später nicht sagen, ob deine Arbeit gewirkt hat oder ob sich nur die Modellversion geändert hat.

Notiere aus dem KI-Check drei Dinge:

  • den Score über alle Kriterien und die einzelnen roten Punkte,
  • die Domains, die statt deiner genannt werden,
  • ob die Angaben über dich korrekt sind, wenn du vorkommst.

Der zweite Punkt ist der wertvollste und wird meist überlesen. Wer statt dir genannt wird, zeigt dir dein Zielbild: Sind es Portale, fehlen dir Einträge. Sind es Wettbewerber, fehlen dir Erwähnungen dort, wo diese vorkommen.

Welche Werkzeuge diesen Ausgangswert erheben, welche KI-Systeme sie abfragen und was sie kosten, zeigt der Vergleich GEO-Tools im Vergleich.

Schritt 2 repariert die Technik

Jetzt folgt der Voll-Crawl. Ob du Seobility, Screaming Frog oder ein anderes Werkzeug nimmst, die Liste sieht am Ende ähnlich aus. Was Seobility im Einzelnen prüft, was es kostet und wo seine Grenzen liegen, steht im Testbericht zu Seobility. Arbeite die Liste nach Schwere ab und nicht nach Reihenfolge:

PrioritätBefundWarum zuerst
SofortSeiten liefern 4xx oder 5xxKaputte Seiten kosten Vertrauen und Crawl-Budget.
Sofortnoindex oder Disallow auf wichtigen SeitenWas nicht indexiert ist, kann keine Quelle werden.
SofortWeiterleitungsketten über drei StufenCrawler steigen vorher aus und die Verlinkungssignale versickern.
HochDoppelte Titles und BeschreibungenMaschinen können die Seiten nicht auseinanderhalten.
HochVerwaiste Seiten ohne interne LinksSie werden selten gefunden und selten zitiert.
HochCore Web Vitals außerhalb der SchwellenDas wirkt auf Ranking und Abbruchquote.
MittelFehlende Alt-Texte und dünne SeitenDiesen Sammelposten arbeitest du in Blöcken ab.

Fünf Befehle klären die gröbsten Fragen vorab

Bevor ein Crawler startet, klärt eine Handvoll Befehle die gröbsten Fragen. Das dauert zwei Minuten und erspart gelegentlich den ganzen Rest:

# Liefert die Startseite sauber aus?
curl -s -o /dev/null -w "%{http_code} %{time_total}s\n" https://deine-domain.de/

# Was steht in der robots.txt?
curl -s https://deine-domain.de/robots.txt

# Gibt es eine Sitemap, und wie viele URLs stehen drin?
curl -s https://deine-domain.de/sitemap.xml | grep -c "<loc>"

# Werden strukturierte Daten ausgeliefert?
curl -s https://deine-domain.de/ | grep -c "application/ld+json"

# Steht irgendwo ein noindex?
curl -s https://deine-domain.de/ | grep -i "noindex"

Kommt bei Zeile 1 etwas anderes als 200 oder eine Ladezeit über zwei Sekunden, hast du dein erstes Thema. Findet Zeile 5 einen Treffer, hast du womöglich dein einziges. Eine versehentlich stehen gebliebene noindex-Anweisung erklärt mehr Sichtbarkeitsprobleme als jede andere Einzelursache.

Bei den Core Web Vitals zählen drei Zahlen

„Die Seite ist zu langsam“ ist kein Befund, mit dem sich arbeiten lässt. Google misst drei Werte, und für jeden gibt es einen veröffentlichten Schwellenwert. Nach der Definition bei web.dev gilt eine Seite als gut, wenn sie diese Werte im 75. Perzentil der Aufrufe erreicht, getrennt für Mobil und Desktop:

KennzahlWas sie misstGut
LCP (Largest Contentful Paint)Er misst, wann das größte Element sichtbar wird.bis 2,5 Sekunden
INP (Interaction to Next Paint)Er misst, wie schnell die Seite auf Eingaben reagiert.bis 200 Millisekunden
CLS (Cumulative Layout Shift)Er misst, wie stark das Layout beim Laden springt.bis 0,1

Ein Hinweis für alle, die eine ältere Checkliste im Schrank haben: INP hat im Jahr 2024 den früheren Wert FID (First Input Delay) abgelöst. Wer noch nach FID sucht, misst eine Kennzahl, die es nicht mehr gibt. Die Werte stehen in der Google Search Console unter „Core Web Vitals“ und beruhen auf echten Nutzerdaten, während PageSpeed Insights zusätzlich eine Labormessung anzeigt. Bei einem Unterschied zwischen beiden zählt das Feld.

Klassische Crawler übersehen den KI-Zugang

Ein Punkt, den Crawler nicht prüfen, gehört trotzdem in diesen Schritt. Ein Werkzeug meldet dir „robots.txt vorhanden“ und ist zufrieden. Ob die Such-Crawler der KI-Anbieter darin gesperrt sind, interessiert es nicht. Das prüfst du von Hand oder mit unserem Check (Guide zur Freigabe).

Konkret geht es um vier User-Agents, deren Sperre Sichtbarkeit kostet, ohne dass ein Audit-Bericht darauf hinweist:

curl -s https://deine-domain.de/robots.txt \
  | grep -iE "OAI-SearchBot|ChatGPT-User|PerplexityBot|Google-Extended"

Die ersten drei speisen die Websuche von ChatGPT und Perplexity. Eine Sperre dort ist fast immer ein Versehen aus einem Plugin oder einer kopierten Vorlage. Google-Extended steuert das Training von Gemini und hat auf die Google-Suche keine Wirkung. Eine Sperre dieses Tokens ist damit eine Entscheidung über Trainingsdaten und keine über Sichtbarkeit.

Die zweite Fehlerquelle liegt noch eine Ebene tiefer. Eine Firewall kann Anfragen abweisen, bevor die robots.txt gelesen wird. Seit dem 1. Juli 2025 blockiert Cloudflare KI-Crawler bei neu angelegten Domains in der Voreinstellung. Im Zugriffsprotokoll sieht man das an 403-Antworten an die genannten User-Agents, während die robots.txt völlig offen aussieht.

Schritt 3 baut Entität und Inhalte aus

Erst wenn die Technik steht, lohnt der aufwendige Teil. Er läuft in dieser Reihenfolge ab:

  1. 01Unternehmensprofil und Verzeichnisse vereinheitlichen, also überall gleicher Name, gleiche Adresse und gleiche Schreibweise.
  2. 02Strukturierte Daten ergänzen, damit Maschinen Typ, Ort und Leistung eindeutig zuordnen können (JSON-LD in der Praxis).
  3. 03Bei etablierten Unternehmen: Wikidata-Eintrag prüfen oder anlegen.
  4. 04Die fünf wichtigsten Leistungsseiten zitierfähig umschreiben. Die Kundenfrage wird zur Überschrift, die Antwort mit Zahlen steht darunter.
  5. 05Erwähnungen aufbauen bei Kammern, Verbänden, in der Lokalpresse und in Vergleichslisten.

Die ausführliche Begründung, warum genau diese Reihenfolge, steht im 5-Hebel-Guide.

Schritt 4 misst nach

Nach vier bis acht Wochen lässt du beide Werkzeuge erneut laufen, mit denselben Fragen und derselben Konfiguration wie beim ersten Mal. Sonst vergleichst du zwei verschiedene Messungen und ziehst falsche Schlüsse.

Realistisch ist dabei: Die technischen Verbesserungen zeigen sich zuerst, die Sichtbarkeit in KI-Antworten deutlich später. Wer nach vier Wochen keine Bewegung sieht, hat nichts falsch gemacht, denn Entitätssignale reifen über Monate.

Das kostet ein Audit

Die Preisfrage steht bei jedem zweiten Gespräch am Anfang, und die Antworten im Netz schwanken stark. Die folgende Spanne stammt aus den öffentlich einsehbaren Preisangaben deutscher Agenturen und Freiberufler, Stand September 2026. Sie ist eine Orientierung und kein Angebot:

VariantePreisWofür das reicht
Selbst gemacht0 EuroDas genügt bis etwa 1.000 Seiten, wenn ein Tag Arbeitszeit da ist.
Kurz-Audit bei Freiberuflern300 bis 800 EuroDu bekommst eine technische Durchsicht mit priorisierter Liste ohne Umsetzung.
Standard-Audit einer Agentur1.000 bis 3.000 EuroTechnik, Inhalte und Wettbewerb kommen dazu, samt Besprechung der Ergebnisse.
Großes Projekt oder Shopab 3.000 EuroMehrere Tage Analyse werden meist nach Tagessatz abgerechnet.

Zwei Dinge sind dabei wichtiger als die Zahl selbst.

Erstens ist die Analyse der kleinere Kostenblock. Die Umsetzung kostet mehr, und sie wird in Angeboten selten mitgerechnet. Ein Audit für 2.000 Euro, dem drei Tage Entwicklungsarbeit folgen müssen, ist in Wahrheit ein Projekt über 5.000 Euro.

Zweitens liegt die häufigste Enttäuschung nicht im Preis. Sie liegt darin, dass ein Bericht mit 200 Einzelmaßnahmen niemanden erreicht, der entscheidet, welche drei davon zuerst drankommen. Frag vor der Beauftragung danach, wie viele Maßnahmen der Bericht enthalten wird und ob sie priorisiert sind. Die Antwort sagt mehr über die Qualität aus als jede Referenzliste.

Für die Werkzeuge selbst gilt eine andere Rechnung. Screaming Frog crawlt 500 URLs kostenlos, Seobility bietet einen dauerhaft kostenlosen Basis-Account, und die Google Search Console kostet nichts. Für die meisten kleinen Websites ist die Werkzeugfrage damit erledigt.

So oft ist ein Audit sinnvoll

AnlassUmfang
RegelmäßigZweimal jährlich läuft ein Voll-Crawl. Monatlich genügt ein Blick in die Search Console.
Nach einem RelaunchDer Voll-Crawl gehört in die erste Woche. Hier entstehen die meisten Fehler.
Nach einem ServerumzugDu prüfst Statuscodes und robots.txt.
Nach einem Wechsel des Hosting- oder CDN-AnbietersDu prüfst die Firewall-Regeln für KI-Crawler.
Nach einem Google-UpdateNur ein sichtbarer Traffic-Einbruch rechtfertigt eine Prüfung.
Bei neuem Wettbewerb in KI-AntwortenDer KI-Check genügt, ein Voll-Crawl ist nicht nötig.

Die häufigste Fehlannahme ist, dass ein Audit ein einmaliges Projekt sei. Es ist ein Kreislauf. Websites verfallen mit der Zeit: Links veralten, Plugins ändern Einstellungen, und Weiterleitungen sammeln sich an.

Diese Arbeit nimmt dir kein Werkzeug ab

Zur Einordnung gehört diese Grenze: Kein Audit-Werkzeug schreibt deine Texte um und keines baut Erwähnungen auf. Beides sind genau die Arbeiten, die am stärksten wirken. Werkzeuge zeigen dir zuverlässig, wo es hakt, und geben dir eine Liste, die abgearbeitet werden will.

Wer ein Werkzeug kauft und danach nichts ändert, hat eine Liste gekauft. Das gilt für den kostenlosen Basis-Account genauso wie für ein Abo bei 200 Euro im Monat.

Rankings hängen von Faktoren ab, die sich einzeln nicht garantieren lassen. Dieser Beitrag beschreibt ein Vorgehen und sichert keine Ergebnisse zu.

Häufige Fragen

Reicht die Google Search Console?

Für die Indexierungslage reicht sie, für ein Audit nicht. Die Search Console zeigt, was Google mit deinen Seiten gemacht hat. Welche technischen Fehler auf Unterseiten schlummern und ob interne Links ins Leere laufen, sagt sie nicht. Sie ergänzt einen Crawl und ersetzt ihn nicht.

Reichen kostenlose Werkzeuge oder brauche ich ein Abo?

Für Websites unter etwa 1.000 Seiten kommt man mit kostenlosen Grenzen gut zurecht: Screaming Frog crawlt 500 URLs gratis, und Seobility bietet einen dauerhaft kostenlosen Basis-Account. Ein Abo lohnt sich erst, wenn du regelmäßig Rankings verfolgen oder mehrere Projekte betreuen willst.

Wie lange dauert ein erstes Audit?

Der Crawl läuft je nach Größe zwischen Minuten und einer Stunde von allein. Die Auswertung und das Sortieren nach Priorität kosten realistisch einen halben bis ganzen Arbeitstag. Die Umsetzung ist dann die eigentliche Arbeit und braucht je nach Befundlage mehrere Tage. Plan für den ersten Durchgang eine Woche ein, verteilt über zwei bis drei Wochen. Wer alles an einem Stück erledigen will, bleibt erfahrungsgemäß bei den Sofort-Punkten stecken.

Mache ich das Audit selbst oder beauftrage ich eine Agentur?

Den Crawl und die Auswertung schafft jeder, der sich eine Stunde einliest; die Werkzeuge erklären ihre Befunde inzwischen gut. Bei der Umsetzung liegt die Grenze anders: Weiterleitungen, Statuscodes und Servereinstellungen gehören in fachkundige Hände, wenn du dich damit nicht auskennst, denn dort richtet ein falscher Eintrag mehr Schaden an als das ursprüngliche Problem. Die Inhaltsarbeit dagegen kannst nur du selbst leisten, weil sie dein Fachwissen braucht.

Was mache ich, wenn ich gar keine Fehler finde?

Dann ist die Technik nicht dein Problem, und du kannst Schritt 2 überspringen. Genau dafür ist die Reihenfolge gut: Sie zeigt dir früh, wo der Hebel bei dir liegt, statt dich Monate an Kleinigkeiten arbeiten zu lassen, während die eigentliche Lücke bei Entität und Erwähnungen sitzt.

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JS

Ich baue seit 2005 Websites und betreibe html-einfach.de. seo-copilot.de ist mein Projekt für messbare KI-Sichtbarkeit. Wie der Check misst, steht offen in der Methodik, und mehr über mich steht auf der Seite Über uns.